Auswahl und Pflege von Schuhen Gehen, Bewegung und Gesundheit
Wann lohnt es sich, Barefoot-Schuhe aus zweiter Hand zu kaufen – und wann solltest du lieber die Finger davon lassen? Praktische Tipps und Hinweise von der Podologin Bc. Edita Prošková.
Überlegst du, ob du Barefoot-Schuhe aus zweiter Hand kaufen sollst? Das ist eine tolle Idee – du sparst Geld und tust gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes. Aber nicht jeder getragene Schuh ist eine gute Wahl für deine Füße oder die Füßchen deiner Kinder. Schauen wir uns gemeinsam an, woran du erkennst, welche Schuhe sich lohnen – und welche du besser meidest.
Sagen wir es, wie es ist: Barefoot-Schuhe sind keine günstige Anschaffung. Für Erwachsene kann das schnell eine Investition in Höhe von mehreren Tausend Kronen sein – und wenn dann noch schnell wachsende Kinderfüße dazukommen, summiert sich das rasch. Für viele Menschen und Familien ist es schlicht Luxus, für die ganze Familie neue Barefoot-Schuhe zu kaufen.
Das heißt aber nicht, dass du irgendetwas tragen oder deinen Kindern irgendetwas kaufen solltest. Ganz im Gegenteil! Wenn dir die Gesundheit deiner Füße und die gesunde Entwicklung der Füßchen deiner Kinder wichtig ist, kann der Kauf aus zweiter Hand eine richtig gute Lösung sein. Für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises bekommst du hochwertige Barefoot-Schuhe, die dir denselben Komfort und die natürliche Form für eine gesunde Fußentwicklung bieten wie neue Schuhe.
Außerdem: Mit Secondhand-Käufen hilfst du der Umwelt und unterstützt einen nachhaltigeren Konsum. Eine echte Win-win-Situation – wenn du es richtig angehst.
Da gibt es nichts zu diskutieren: Wenn du ungetragene Barefoot-Schuhe zu einem guten Preis findest, zögere nicht. Natürlich vorausgesetzt, sie haben die richtige Form und Größe. Dann ab damit in den Warenkorb!
Es kommt vor, dass Schuhe einfach nicht passen – egal ob bei Erwachsenen oder Kindern – oder dass Kinder schneller wachsen, als man denkt. Solche Schuhe sind ein super Kauf. Lass dir aber immer Fotos von der Sohle (Unterseite) schicken – sie sollte fast wie neu aussehen –, außerdem vom Fersenbereich zur Kontrolle der Form sowie von Einlegesohlen und Innenraum, damit du sicher bist, dass alles sauber und unbeschädigt ist.
Wenn Schuhe schon eine Zeit lang getragen wurden, heißt das nicht automatisch, dass sie eine schlechte Wahl sind. Aber schau dir die Fotos wirklich genau an – oder prüfe die Schuhe bei persönlicher Abholung gründlich. Worauf solltest du konkret achten?
Wie Bc. Edita Prošková rät, eine Podologin mit Spezialisierung auf Fußfehlstellungen: Die Laufsohle (Unterseite der Sohle) sollte nicht einseitig abgelaufen sein, nicht an der Innenkante des Fußes oder im Bereich des Quergewölbes abgeschürft sein – also dort, wo sich der Fuß unter den Zehen beim Abrollen beugt.
Ein leicht abgeriebener Fersenrand ist noch okay. Wenn der Abrieb aber deutlich sichtbar oder asymmetrisch ist (mehr auf einer Seite), ist das keine gute Wahl. Häufig handelt es sich um Schäden von einer Kinderrutsche oder einem Laufrad – oder um ein Zeichen dafür, dass der Schuh im Fersenbereich der ersten Person nicht richtig gepasst hat.
Schau dir den Schuh von hinten an: Der Fersenbereich sollte gerade, senkrecht zum Boden stehen. Wenn er zu einer Seite kippt, bedeutet das, dass die erste Person in den Schuhen nicht sauber gelaufen ist. Und genau das willst du nicht auf deine Füße oder die Füßchen deiner Kinder übertragen.
Prüfe, ob sich innen Schimmel gebildet hat. Das passiert vor allem bei Schuhen, die lange in feuchter Umgebung gelagert wurden oder nicht richtig getrocknet sind.
Wenn in der Anzeige ausdrücklich steht „zum Auftragen“, heißt das: Die Schuhe haben ihre besten Zeiten hinter sich. Für eine gesunde Entwicklung von Kinderfüßen ist das keine ideale Wahl.
Bei normaler Konfektions- und Kompromissschuhen ist die innere Struktur der Sohle oft das große Problem. Wie Bc. Edita Prošková erklärt: „In der Sohle ist innen ein Gitter, das sich je nach Gangbild der ersten Person eintritt. Es kann also unter der Ferse stärker eingedrückt sein, zu einer Seite usw.“
Was bedeutet das für dich? Solche Schuhe neigen dann dazu, auch die nächste Person in dieselben Bewegungsmuster zu „führen“. Und das willst du ganz sicher nicht!
Bei echten Barefoot-Schuhen solltest du dieses innere Gitter nicht finden. Das ist einer der Gründe, warum Barefoot-Schuhe aus zweiter Hand eine deutlich bessere Wahl sind als normale Schuhe.
Stell dir vor dem Kauf immer diese Fragen:
Wie oft wirst du sie tragen? Wenn es um Alltagsschuhe geht, die du mehrere Stunden täglich anhast, sei bei der Auswahl besonders sorgfältig. Je mehr Zeit du in den Schuhen verbringst, desto wichtiger sind Qualität und Zustand.
Wie ist der Gesamtzustand? Schau dir Sohle, Fersenbereich und Innenraum an. Selbst kleine Details können verraten, ob sich der Schuh lohnt.
Um welchen Schuhtyp handelt es sich? Sind es echte Barefoot-Schuhe oder Kompromissschuhe? Bei Kompromissschuhen aus zweiter Hand steigt das Risiko deutlich, dass du ungünstige Bewegungsmuster der ersten Person übernimmst.
✓ Ja, ohne Bedenken:
✓ Ja, aber lass dir unbedingt Fotos schicken:
✗ Lieber nicht:
Secondhand zu kaufen ergibt Sinn – für deinen Geldbeutel und für den Planeten. Nimm dir nur kurz Zeit für eine gründliche Kontrolle, dann werden es dir deine Füße und die Füßchen deiner Kinder danken. Und wenn du dir unsicher bist, frag gern in einer Community nach, in der Menschen Erfahrung mit Barefoot-Schuhen haben.
Grundsätzlich gilt: Hochwertige Barefoot-Schuhe aus zweiter Hand in gutem Zustand sind immer noch eine deutlich bessere Wahl als neue, normale Schuhe zu einem ähnlichen Preis. In die richtigen Schuhe zu investieren lohnt sich – ob neu oder aus zweiter Hand.
Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Bc. Edita Prošková – einer Podologin, die sich mit erworbenen und angeborenen Fußfehlstellungen bei Kindern und Erwachsenen beschäftigt. Mithilfe von Übungen und podiatrischen Hilfsmitteln hilft sie, gestörte Fußfunktionen zu korrigieren, die sich auf den gesamten Bewegungsapparat auswirken.
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