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Was bedeutet orthopädische Orthopädietechnik? Welche Fußprobleme behandelt Experte Petr Kadlec am häufigsten – und wie steht er zu Barfußschuhen? Lies das Interview.
Petr Kadlec ist Orthopädietechniker (Orthopädietechnik-Mechaniker) und hat seine Praxiserfahrung in mehreren orthopädietechnischen Betrieben gesammelt, in denen er individuelle orthopädische Hilfsmittel gefertigt hat. Was kann man sich darunter vorstellen? Prothesen für Patientinnen und Patienten nach Amputation, Beinorthesen für Kinder mit Handicap, Maßnehmen für die Anfertigung individueller Schuhe oder auch die Herstellung orthopädischer und sensomotorischer Einlagen.
Sein Wissen und seine Erfahrung aus der Orthopädietechnik setzt er heute in einer podologischen Praxis in der Region Zlín ein. Dort widmet er sich vor allem der funktionellen Untersuchung der Füße und des Gangbilds – mit der Möglichkeit einer umfassenden Lösung inklusive individueller Einlagen und Beratung zur richtigen Schuhauswahl. Bei seiner Arbeit steht er in Kontakt mit Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie Ärztinnen und Ärzten, damit die gesundheitlichen Probleme der Klientinnen und Klienten immer ganzheitlich gelöst werden.
Das ist ein umfangreiches Gebiet im Gesundheitswesen, zu dem eine ganze Reihe von Teilbereichen gehört. Ein Orthopädietechniker fertigt zum Beispiel Arm-, Bein- oder Rumpforthesen, Prothesenversorgung für Patientinnen und Patienten nach Amputationen, orthopädische Einlagen, näht individuelle orthopädische Schuhe usw. Die Hilfsmittel werden entweder individuell nach Maß gefertigt oder als Serienprodukte abgegeben. Alles hängt natürlich vom konkreten gesundheitlichen Problem und den Bedürfnissen der jeweiligen Person ab.

Das ist sehr individuell – also je nach Art des gewünschten Hilfsmittels und dem Gesundheitszustand der Person. Wenn jemand ein einfacheres Hilfsmittel braucht, zum Beispiel eine konfektionierte Einlage für den Schuh, eine Fersenunterlage, einen Zehenspreizer o. Ä., dann kann man jederzeit ohne ärztliche Empfehlung in die Orthopädietechnik kommen und das Hilfsmittel als Selbstzahler bezahlen.
Die meisten Hilfsmittel werden jedoch individuell gefertigt, sind sehr kostenintensiv und ohne Empfehlung einer Fachärztin oder eines Facharztes geht es nicht – es braucht also eine Verordnung bzw. einen Antrag. Welche Fachrichtung verordnen darf, hängt immer von der konkreten Hilfsmittelart ab. Aber auch bei komplexeren Hilfsmitteln macht man nichts falsch, wenn man direkt eine orthopädietechnische Versorgung aufsucht und dort nach dem richtigen Vorgehen fragt.
Man erfährt viele wichtige Informationen (welche Ärztin bzw. welchen Arzt man aufsuchen sollte, welche Verordnung mitzubringen ist, wie der Genehmigungsprozess bei der Krankenkasse abläuft, wie das Hilfsmittel gefertigt wird und Ähnliches).
Das ist ein medizinisches Hilfsmittel, das direkt maßgefertigt für eine konkrete Person hergestellt wird und nicht pauschal für jemand anderen verwendet werden kann. Die Maßabnahme erfolgt je nach Hilfsmittel individuell. Das kann zum Beispiel Gipsabdruck, Scannen, passgenaues Nachschleifen, Erwärmen und plastische Korrektur usw. sein.

Eine große. Bei den meisten medizinischen Hilfsmitteln gilt nämlich: Allein lösen sie fast nichts. Vereinfacht gesagt: Sie sind ein guter Diener, aber ein schlechter Herr. Das Hilfsmittel muss immer durch gute Aufklärung, regelmäßige Kontrollen und vor allem durch konsequentes Training unter Anleitung einer Physiotherapeutin oder eines Physiotherapeuten ergänzt werden.
Zeitlich gesehen verordnet die Ärztin bzw. der Arzt das Hilfsmittel, der Orthopädietechniker unterstützt bei der Genehmigung durch die Krankenkasse, organisiert die Herstellung und schult anschließend die Anwendung – aber am Ende verbringt die Physiotherapie die meiste Zeit mit der Person. Dort wird angeleitet, geübt, alles rund um den Gesundheitszustand und das Hilfsmittel besprochen und versucht, das volle Potenzial der Person und des Hilfsmittels auszuschöpfen.
In der Praxis hat es sich für mich bewährt, bereits beim Erstgespräch mit der Person mit der Physiotherapie in Kontakt zu sein. So lassen sich viele Missverständnisse vermeiden und noch vor Beginn der Fertigung wird geprüft, ob das geplante Hilfsmittel zum langfristigen Therapieziel passt.

Das hängt davon ab, welche Art von Hilfsmittel du mit dem Orthopädietechniker besprichst. Wenn es zum Beispiel um orthopädische Einlagen oder eine Beinorthese nach einer Verletzung geht, ist das Hauptziel, die Hilfsmittel nur so lange wie nötig zu tragen und dank Physiotherapie und einem proaktiven Ansatz der Person den Gesundheitszustand so zu verbessern, dass man ganz ohne orthopädisches Hilfsmittel auskommt – oder es nur noch gelegentlich nach Bedarf trägt.
Bei komplexeren Fällen, etwa bei Hilfsmitteln für Menschen nach Amputation oder bei schweren orthopädischen bzw. neurologischen Diagnosen usw., gilt natürlich: Ohne Hilfsmittel kommen sie im Alltag nicht aus, und die Zusammenarbeit zwischen Person und Orthopädietechniker ist langfristig angelegt.
Mein Schwerpunkt sind Beinorthesen für Kinder, sensomotorische und orthopädische Einlagen sowie die damit verbundene funktionelle Untersuchung der Füße. Eine natürliche Ergänzung dieser Bereiche ist auch die Empfehlung geeigneter Schuhe, in denen die Person das Hilfsmittel tragen wird.

Ja. Letztes Jahr habe ich mit meiner eigenen Praxis begonnen – in Luhačovice und neu auch in Vizovice in der Region Zlín. In der Praxis betreue ich Erwachsene und Kinder, und das Hauptziel ist eine umfassende Untersuchung der Füße und die Planung eines passenden individuellen Vorgehens. Die Lösung kann z. B. in Empfehlungen zu Alltagsmaßnahmen, der Erklärung geeigneter Übungen, der Herstellung individueller Einlagen oder auch in der Empfehlung passender Schuhe bestehen.
Am häufigsten sind es verschiedene Deformitäten und Schmerzen im Bereich der Füße, zum Beispiel Hallux valgus, Hammerzehen, Fersensporn, Schmerzen im Fußgewölbe und Druckstellen.

Die Ursache ist immer individuell und hängt von vielen Umständen ab, die ich im Rahmen der Untersuchung herausfinde. Ein gemeinsamer Nenner sind jedoch meist langjährige ungünstige Gewohnheiten – dass wir unseren Füßen über lange Zeit keine Aufmerksamkeit schenken und sie vernachlässigen, bis sich irgendwann ein Problem meldet. Ein weiterer wichtiger Faktor, der häufig zu Fußproblemen beiträgt, ist das Tragen ungeeigneter Schuhe. Diese beiden Punkte bespreche ich mit fast jeder Person.
Bei Kindern sehe ich am häufigsten eine valgische Stellung der Sprunggelenke, Fehlstellungen der gesamten unteren Extremitäten, Plattfuß usw. Viel Wert lege ich auch auf die Auswahl geeigneter Schuhe, die gerade bei Kindern einen enormen Einfluss auf die gesunde Entwicklung der Füße haben kann. Bei Kindern möchte ich außerdem erwähnen: Wenn Eltern beim Bewegungsablauf ihres Kindes irgendetwas auffällt, sollten sie sofort eine Fachperson aufsuchen, die sich mit dem Thema beschäftigt (Ärztin/Arzt, Physiotherapie, Podologie).

Darauf habe ich keine einfache Antwort. Probleme an den Füßen (und nicht nur dort) sind immer multifaktoriell – hinter der Ursache stehen also jedes Mal mehrere Faktoren, die man im Rahmen der Untersuchung aufdecken muss. Danach arbeiten wir gemeinsam daran, sie zu verändern und abzubauen. Es stimmt aber, dass ein häufiger Faktor ungeeignetes Schuhwerk ist, das langfristig zur Entstehung vieler Probleme beitragen kann.
Ja. Die meisten orthopädischen Hilfsmittel, die fürs Gehen gedacht sind, müssen für eine gute Funktion auch mit geeignetem Schuhwerk kombiniert werden. Die Maßabnahme für ein solches Hilfsmittel erfolgt meist per Gipsabdruck oder Scan und standardmäßig unter Belastung (im Stand). Und hier entsteht ein großes Problem: Danach müssen viele Menschen klären, welche Schuhe sie wählen sollen, damit sie mit dem Hilfsmittel überhaupt in den Schuh passen.

Das ist sogar oft sinnvoll. In der Praxis kombiniere ich orthopädische Hilfsmittel mit Barfußschuhen sehr gern, weil sie sich am Ende hervorragend ergänzen. Wenn jemand ein gesundheitliches Problem hat und ein Hilfsmittel tragen muss (Einlage, Orthese usw.), dann gilt meist: Das Hilfsmittel übernimmt die notwendige Korrektur – und die Anforderungen an den Schuh werden insgesamt geringer.
Schuhe, die in Kombination mit einem orthopädischen Hilfsmittel getragen werden, sollten vor allem leicht, flexibel und geräumig sein, damit der Fuß auch mit Hilfsmittel gut hineinpasst. All diese Parameter erfüllen Barfußschuhe – deshalb lassen sie sich gut mit orthopädischen Hilfsmitteln kombinieren. Es ist aber sinnvoll, das Thema immer mit der Fachperson zu besprechen, die das Hilfsmittel anfertigt und die passende Schuhe je nach individueller Situation empfehlen kann.
In Barfußschuhen muss man sich im Vergleich zu herkömmlichen Schuhen beim Gehen stärker konzentrieren, den Körper kontrollieren, Tempo und Gangstil an den Untergrund anpassen usw. Barfußschuhe verzeihen meiner Meinung nach nichts. An erster Stelle steht die richtige Funktion des Fußes. Der Schuh ist nur eine Art Hülle. Deshalb empfehle ich Barfußschuhe gern Menschen, deren Füße völlig in Ordnung sind oder nur kleine Abweichungen haben.
Sehr vorsichtig bin ich mit Empfehlungen aber dann, wenn die Fußfunktion gestört ist und der Schuh den Fuß nicht einfach nur „blind“ nachzeichnen kann. Das betrifft Menschen mit orthopädischen oder neurologischen Diagnosen, deutlicher Instabilität im Sprunggelenk, vermindertem oder erhöhtem Muskeltonus, sehr sensiblen Füßen usw. Gerade in solchen Fällen ergänze ich Barfußschuhe häufig um ein passendes Hilfsmittel, das das konkret festgestellte Problem gezielt korrigiert – zum Beispiel einen Fersenkeil, eine Einlage oder auch eine Orthese.

Wahrscheinlich stimmt es, dass meine Kinder stärker unter Beobachtung stehen als zum Beispiel die Kinder meiner Freunde. Manchmal muss ich mich sogar bremsen. Wir versuchen zu üben, ich achte auf passende Schuhe, geeignete Bewegungsaktivitäten, mich stören schlechte Gewohnheiten mehr usw. Aber ein Problem bei Kindern zu erkennen, bevor es überhaupt auftritt, kann meiner Meinung nach nur eine erfahrene Kinderphysiotherapeutin bzw. ein erfahrener Kinderphysiotherapeut. Und das bin ich nicht.
Auch deshalb arbeite ich gern mit Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten zusammen und schicke Eltern mit Kindern zu ihnen. Ich war mit meiner Tochter ebenfalls bei mehreren Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten – und ihre Ratschläge waren unbezahlbar. Das hat uns in unserem Thema unglaublich weitergebracht, und ich bin für diese Termine sehr dankbar.

Mir passt die Marke LEGUANO am besten. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit den Modellen GO, HUSKY und aktuell habe ich das Modell BEAT im Blick. Die Marke LEGUANO hat mich vor allem durch die Verarbeitungsqualität, das geringe Gewicht und die Flexibilität begeistert. Manchmal habe ich beim Gehen das Gefühl, ich wäre barfuß … als hätte ich gar keine Schuhe an. Das macht ziemlich süchtig.
Bc. Petr Kadlec ist Orthopädietechniker und Podologe. In seiner podologischen Praxis konzentriert er sich auf die Untersuchung und Diagnostik der Füße mit anschließendem Vorschlag für eine passende Problemlösung. Während der Untersuchung berät er seine Klientinnen und Klienten auch bei der Auswahl geeigneter Schuhe. Er ist in Luhačovice tätig.
Wohin dich deine nächsten Schritte führen:

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