naBOSo feiert dieses Jahr 10 Jahre – lies die Geschichte seiner Gründerin Andrea, die mit Herzblut dabei ist, eine unternehmerische Frau, leidenschaftliche Sportlerin und liebevolle Mama. 2015 eröffnete sie den ersten naBOSo Store.
Dass alles Schlechte auch für etwas gut sein kann, hat uns Andrea Součková, Inhaberin von naBOSo, eindrucksvoll gezeigt. Was hat sie 2015 dazu bewegt, gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann einen eigenen Store für barefoot Schuhe zu gründen? Wir haben mit ihr nicht nur über die schwierigen Anfänge gesprochen, sondern auch darüber, wie es ihr gelungen ist, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, das heute über 20 feste Mitarbeitende und 60 Aushilfen beschäftigt.
Es ist genau zehn Jahre her, dass Andrea – dank ihrer positiven Erfahrungen mit Barfußschuhen – mit dem Gedanken spielte, einen eigenen Laden zu eröffnen. Damals war sie 27 Jahre alt und als begeisterte Läuferin hatte sie schon lange mit Knieschmerzen zu kämpfen. Doch sobald sie zum ersten Mal Barfußschuhe anzog, waren die Schmerzen wie durch ein Wunder fast verschwunden. Und Andrea war sofort klar: Diese Schuhe will sie der Welt anbieten.
Andrea und ihr damaliger Mann waren zu der Zeit, als naBOSo entstand, noch Studierende – Geld war also knapp. Drei Monate lang wohnten sie sogar in einem kleinen Raum neben dem Laden, um sich die Miete für die Räumlichkeiten leisten zu können.
Die Begeisterung kam bei Andrea aber schnell zurück – und heute ist sie stolze Inhaberin von gleich fünf erfolgreichen Stores und eines Onlineshops. Aktuell könnt ihr dort aus fast 1.000 Barfußschuh-Modellen und Farbvarianten wählen, eure Füße vermessen lassen und euch von renommierten Fachleuten beraten lassen.
Ich habe während des Studiums viel Sport gemacht und hatte langfristig Probleme mit Knieschmerzen. Ich wollte herausfinden, warum das so ist – und genau dadurch bin ich auf Barfußschuhe gestoßen. 2014 habe ich mir in Prag mein erstes Paar gekauft – damals gab es dort nur ein einziges Geschäft, in dem man solche Schuhe bekommen konnte. Und fast sofort, nachdem ich das erste Mal damit gelaufen bin, waren die Schmerzen weg. Außerdem hat sich mein Körper insgesamt aufgerichtet. Ich habe Barfußschuhe als etwas völlig Natürliches empfunden, deshalb war mir klar, dass ich sie auch weiterempfehlen möchte.
Schon im Urlaub in Kambodscha haben wir konkrete Pläne geschmiedet, und eröffnet haben wir am 5. 5. 2015. Ehrlich gesagt habe ich aber nicht erwartet, dass wir einen besonders großen Erfolg haben würden. Wir waren 27, ich habe damals promoviert, und alles Geld, das wir hatten, haben wir in den Start des Unternehmens gesteckt (wir sind sogar aus unserer Wohnung ausgezogen und haben eine Zeit lang in einem kleinen Raum direkt im Laden gewohnt). Laut unseren Berechnungen mussten wir mindestens ein Paar pro Tag verkaufen, um die nötigen Kosten zu decken. Und am Ende haben wir allein am ersten Öffnungstag gleich 18 Paare verkauft!

Ganz am Anfang haben wir alles allein gemacht – natürlich gab es da ein paar Momente, in denen es richtig hart war. Tagsüber standen wir im Laden, abends haben wir Bestellungen bearbeitet, geputzt oder neue Modelle präsentiert – und sind dann vielleicht um drei oder vier Uhr morgens ins Bett. In solchen Momenten denkt man natürlich, man würde am liebsten alles hinschmeißen. Das ist mir vielleicht einmal passiert … oder zweimal, aber das war wirklich nur so ein kurzer Erschöpfungsmoment. Dass ich den Laden tatsächlich schließen würde, habe ich nie ernsthaft in Betracht gezogen.
Ich persönlich sehe Barfußschuhe als Teil eines gesunden Lebensstils. Sie haben viele gesundheitliche Vorteile – Menschen loben sie bei Rücken-, Kopf- oder Hüftschmerzen, bei Hallux valgus oder Fersensporn. Als entscheidend empfinde ich aber, dass sie unglaublich bequem sind. Man fühlt sich darin frei und geht einfach gut – und das spiegelt sich dann auch in der Stimmung wider. Man fühlt sich den ganzen Tag besser. Ja, ich gebe zu: Als ich sie zum ersten Mal im Laden anprobieren wollte, habe ich wegen des Aussehens und des Preises kurz gezögert. Trotzdem habe ich schon beim ersten Hineinschlüpfen gedacht: „Wow!“

Wenn jemand gerade erst mit Barfußschuhen anfängt, empfehlen wir, sich zuerst ein Paar zu holen, das man ganz normal jeden Tag trägt, damit der Fuß sich nach und nach kräftigen kann. Und erst danach spezielle Schuhe zu kaufen – zum Beispiel fürs Laufen, fürs Wandern oder fürs Fitnessstudio. Beim Laufen empfehle ich auf jeden Fall zunächst kürzere Strecken, weil es am Anfang etwas ungewohnt ist. Ich stürze mich allerdings gern kopfüber in alles – ich bin in Barfußschuhen direkt Wettkämpfe gelaufen, und mir ist nie etwas passiert.
Aktuell haben wir ungefähr 1.000 verschiedene Modelle vieler Marken im Sortiment – und dabei ist jeder Schuh in Bezug auf Fußbreite, Rist-Höhe und so weiter ein bisschen anders. Im Onlineshop versuchen wir, alle Modelle nachzumessen, und im Store in der Českomoravská haben wir einen 3D-Fußscanner, der Fußlänge und -breite bewertet. Außerdem messen wir eure Füße fachkundig und helfen bei der Auswahl auch in unseren weiteren Stores in Prag, Brünn und Zlín. Alle unsere Verkäuferinnen und Verkäufer werden zudem regelmäßig von Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten geschult; wir arbeiten mit Orthopädinnen und Orthopäden, Podologinnen und Podologen sowie weiteren Fachleuten zusammen.
Absolut entscheidend sind nicht nur die passende Schuhbreite, Flexibilität und Leichtigkeit, sondern auch eine richtig gute Haltbarkeit. Und wenn es möglich ist, wählen wir tschechische oder slowakische Marken. Außerdem lässt sich nicht alles bei uns herstellen – deshalb müssen wir zum Beispiel Outdoor- und Geländeschuhe meist bei ausländischen Herstellern einkaufen.

Das haben wir vor allem am Anfang erlebt: Manchmal gab es bei einem Modell ein Qualitätsproblem, oder es wurde häufig zurückgeschickt, weil es vielen nicht gut passte. Dem versuchen wir heute vorzubeugen, indem wir uns immer Muster schicken lassen und sie mindestens zwei Monate lang selbst testen.
Ja. Wir konzentrieren uns darauf, was uns im Sortiment noch fehlt – deshalb sind die neuen Kinder-Modelle von Crave dazugekommen. Wir bekommen bisher tolles Feedback dazu, wie gut sie an Kinderfüßen sitzen. Sie sind anatomisch geformt, im Vorderfußbereich ausreichend breit und sitzen gleichzeitig schön an der Ferse – was sehr wichtig ist. Außerdem haben wir uns auf Street-Sneaker von Fleeters und Ohne project fokussiert, die ich jetzt zusammen mit dem ganzen Team gründlich getestet habe, und wir haben die ersten Bestellungen vorbereitet.

2025 steht für uns im Zeichen der Effizienz. Wir versuchen, alles so gut wie möglich zu machen – und so effizient wie möglich, wegen der wirtschaftlichen Situation und auch wegen dem, was gerade in der Welt passiert. Wir haben den Store von einer Adresse an eine andere verlegt und außerdem ein neues externes Lager. Im Sommer planen wir traditionell das Barefoot Fest. Das ist so ein Tag rund um Gesundheit und das Treffen mit Fachleuten, mit denen wir zusammenarbeiten. Ihr könnt euch wieder auf ein Podoskop, Fußvermessung, eine Fachperson für Diastase sowie Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten oder Podologinnen und Podologen mit Fokus auf Füße freuen.

In den ersten drei Jahren blieb kaum Zeit, aber inzwischen haben wir ein Team von 80 Leuten um uns, die klare Rollen haben. Wenn ich frei habe, verbringe ich am liebsten Zeit mit meinen Töchtern. Dann liebe ich Sport – von Laufen über Crossfit bis hin zum Tauchen – und ich reise unglaublich gern. Die Welt zu entdecken ist wirklich meine große Leidenschaft.

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